Tourbook Al Carbon

Radteam Leopoldschlag live on tour
 

Letztes Feedback

Meta





 

Vorbereitung ist die halbe Tour

Samstag, 2. Mai 2015

Tag -1 

Start der Eintragungen für die Toskana-Tour 2015: Fünf Carbonis (Radteam Leopoldschlag) durchqueren fünf Tage lang die Toskana (und Teile von Umbrien) auf Rädern mit dem Rucksack auf dem Rücken. Arezzo, Pienza, Pitigliano, Castiglione del Lago, San Gimignano und Florenz heißen die Nächtigungsorte. Die An- und Rückreise erfolgt per Bahn.  

Morgen geht es los und deshalb müssen die letzten offenen Fragen geklärt werden: 1 Raddress oder 2 Raddressen in den Rucksack - oder überhaupt einen Koffer mitnehmen? Wir werden sehen, welcher von uns fünf die beste Variante gewählt hat und Seminare mit dem Titel "Packen leichtgemacht" abhalten kann. Leider musste die Generalprobe am 1. Mai wegen Schlechtwetter abgesagt werden (Guide ist Schönwetterfahrer). Kein Problem.

Der Wetterbericht für die Toskana is allerdings ist hervorragend (Sonne, Sonne, Sonne), daher die Stimmung ausgezeichnet und die Vorfreude grenzenlos. Wir melden uns wieder - garantiert.

2.5.15 15:06, kommentieren

Am Anfang war der Regen - am Ende auch ...

Tag 19 – Dienstag, 24. Juni 2014

Kempten (Allgäu) – Rott am Inn

187 km, ca. 1.716 Höhenmeter

2.848 Gesamtkilometer

 

Ein Rückblick auf den gestrigen Abend: Zuerst gehen wir auf Suche nach der Kulinarik des Allgäu und landen beim Thai Curry. Die Kulturen vermischen sich einfach überall. Gut so.

Im Hotel der nächste Programmpunkt: Wir müssen umziehen in ein besseres Zimmer – hochdeutsch als „upgrade“ bekannt. Wir nehmen gerne an – ein kleiner Rucksack ist leicht in ein anderes Zimmer zu transportieren. Nun wohnen wir im sechsten Stock, hoch über Kempten, und sind kurz vor der Kaiser-Suite, falls noch mal was passiert.

 

In der Früh ein ausgezeichnetes Frühstück mit allem. Dann geht es los: Im Regen (viele kleine Tropfen) starten wir in Richtung Marktoberdorf. Trotz guter Bekleidung muss angemerkt werden (in Abwandlung eines alten Sprichwortes) Steter Tropfen höhlt die Regenjacke.

In Preiting kommt Hoffnung auf: Vor uns wird der Himmel klarer und blau. Wir biegen ab, nach rechts und tiefer ins Graugebiet. Nach 70 km hört der Regen auf, uns zu nerven. Die Schuhe bleiben tropfnass, aber die Bekleidung trocknet schnell. Am Starnberger See eine kurze Mittagsrast (Leberkäse mit Bratkartoffel) und weiter geht es über Stock und Hügel. In Thal fällt das Navi aus – Energieprobleme. Wir steuern einen Gasthof an, der leider am heutigen Tag wegen Reparaturabeiten geschlossen hat. Wir bekommen trotzdem ein Getränk und ein nettes Gespräch. Allerdings wird uns, nachdem wir unsere weitere Route bekanntgeben, auch erklärt, dass wir keine Ahnung haben.   

Wir nehmen es zur Kenntnis und müssen zugeben, wir haben keine Ahnung, aber unser Garmin - zumindest meistens.

 

Die Zimmersuche ist kompliziert und ein Mann mit seiner kleinen Tochter verhilft uns uneigennützig zu einer Dachgeschosswohnung. Die nehmen wir – so toll, wie die aussieht. Die Tochter kann es sich im Laufe der Suche allerdings nicht verkneifen nachzufragen:

Dialog: Tochter: Habt ihr kein Haus? Pepi: Zuhause schon! Tochter: Warum seid ihr dann nicht zuhause?

Wir müssen zugeben, während des Regens haben wir uns das auch mal kurz gefragt.  

Da wir nun bald zuhause sind (geplante Ankunft: Donnerstag, 26. Juni 2014, 20 Uhr, Marktplatz Leopoldschlag) war dies vorerst unser letzter Eintrag: Die Fotos werden noch teilweise ergänzt. 

 

 

25.6.14 19:32, kommentieren

Durchs hügelige Allgäu

Tag 18 – Montag, 23. Juni 2014

Stockach – Kempten

152 km, ca. ?? Höhenmeter 2.660 Gesamtkilometer

Endlich mal wieder ein Frühstück wie zuhause – alles da und auch noch reichlich. Nach Villa Santina nimmt es Rang zwei ein. Danach eine „Schrecksekunde“: Hubert verlässt mit seinem Rad durch eine Tür die Garage. Er verschließt die Tür und bemerkt, dass er vom Frühstück noch die Radschuhe offen hat. Während er diese anzieht, ein Rumps und das Garagentor öffnet sich (der Chef möchte ausfahren). Das Problem: Es ist noch ein altes System und fährt nach vorne hoch. Zentimeter an Huberts Knie vorbei. Das muss man sich vorstellen: Da fährt man 2.500 km unfallfrei und dann wird man fast von einem Garagentor umgeworfen.

Es geht Richtung Bodensee. Pepi ist etwas unmotiviert, weil wir den Radweg nehmen müssen. Zwei Ausreißversuche, wieder auf die Bundesstraße „auszuweichen“ schlagen fehl. Einmal müssen wir das selber erkennen (Verkehr!), das nächste Mal werden wir von den Einheimischen, zum Teil mit Nordic-Walking Stöcken bewaffnet, zur Umkehr „gezwungen“ (Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Radfahrers auf dieser Bundesstraße ist nur unmerklich länger als die einer Eintagsfliege). Aber Pepi kämpft lieber gegen dicke Brummis als gegen E-Biker, die auch noch Rückspiegel montiert haben, die größer sind als jener bei uns im Vorhaus. In Meersburg die erste Rast, direkt am Bodensee. Herrliches Wetter, herrlicher Ausblick, herrlicher Espresso.

Die Weiterfahrt auf dem Radweg wird zur Totour. In Markdorf schlingelt sich der Weg durch jede Gasse, kein Haus wird ausgelassen. Als dann auch noch ein Läufer, den wir vor Kilometern überholt haben wieder vor uns läuft ist klar: Wir sind nicht auf der schnellsten Route. Dieser Radweg ist für Touris, aber nicht für uns. Zufahrten kreuzen den Radweg, Busgäste vom Ausfllug des Schützenvereins Hinterwäldlingen stehen auf dem Radweg und wundern sich über die vielen Radfahrer. Eine Herausforderung. Zu Mittag wird Ravensburg erreicht. Eine schöne Altstadt mit Flair.

Dann steht ein Treffen mit der Nachbargemeinde von Waldburg, nämlich Waldburg in Baden Württenberg, auf dem Programm. Leider hat das Gasthaus geschlossen und wir begnügen uns mit einem Gruppenfoto vor dem Schild für die Partnergemeinde. Die Weiterfahrt ist hügelig und kraftanstrengend. Wir müssen laufend Wasser fassen. In Isny eine Pause für die weiter Planung. Bis Kempten, noch ca. 40 km, sind zu schaffen. Wieder auf einen Mix aus Bundesstraße (mit Verkehr) und Radwegen (mit problematischer Beschilderung) wird der letzte Streckenteil in Angriff genommen. Eine Abkürzung über Buchberg ist zwar tatsächlich kürzer, aber dafür mit einem weiteren Anstieg verbunden. Die Abfahrt nach Kempten zeigt wieder eine Abkürzung. Jetzt wird es interessant, denn die Abfahrt geht zum Teil in den freien Fall über. Beide Bremsen anziehen und runter. Dafür ist es kürzer (ein Hoch an diesen Straßenplaner).

In Kempten wird eingecheckt (es beginnt bereits zu regnen) im Hotel BigBox, einen neumodernen Nobelschuppen, bei dem der Radabstellplatz schöner ist als so manches Zimmer der letzten Tage. Jetzt wird ausgepannt. Hoffentlich regnet es sich über die Nacht aus.

1 Kommentar 23.6.14 20:03, kommentieren

Schwarzwald und Bodensee

Tag 17 – Sonntag, 22. Juni 2014

Freiburg im Breisgau - Stockach

125 km, ca. 1.338 Höhenmeter 2.506 Gesamtkilometer

Kurz nach dem Start (ohne Frühstück) erspähen wir an einer Ampelkreuzung eine geöffnete Backstube, die wir sogleich zu unserem Frühstückdomizil auserkoren. Der Hunger ist begrenzt, der Durst vorhanden. Die Ausfahrt aus der Stadt ist noch verkehrsarm. Die Einfahrt in den Schwarzwald ist sensationell. Eine schöne Hügellandschaft breitet sich vor uns aus. Vorbei an der Ortschaft Himmelreich geht es bergauf nach Hinterzarten (Schisprung-Weltcuport). Die Bundesstraße entwickelt sich in der Zwischenzeit zu eine vierspurigen „Autostraße“, bei der auch jeder Fahrstreifen genutzt wird. Ganz lustig ist das Radfahren jetzt nicht mehr. Es folgt die Abfahrt nach Titisee und die Einkehr auf einen Kaffee. Das Personal des Hochseilgartens ist von unserer Tour begeistert – Pepi erzählt die Erlebnisse auch in den schönsten Farben. Die Bundesstraße hat so viel Verkehrsaufkommen, dass wir beschließen, dieses Experiment zu beenden. Mit Höllentempo preschen die Autos und Motorräder an uns vorbei. Mit dem Tempo können wir leider nicht mithalten und so fahren wir über Luftkurorte (z.B. Dittelhausen) Richtung Donaueschingen, dem Quellursprung der Donau. In Bräunlingen wird die Mittagspause abgehalten – mit deutscher Gemütlichkeit. Endlich können wir auch mit den Lokalgästen in Gespräch kommen. Allerdings müssen wir uns auch wieder umstellen: Wir gehen nach wie vor zur Theke um zu bestellen und sind es noch nichr gewohnt, dass eine Bedienung an den Tisch kommt. Um 17:30 Uhr wird Nahe am Bodensee in Stockach ein Zimmer gebucht (Badischer Hof).  

23.6.14 19:59, kommentieren

Man spricht deutsch

Tag 16 – Samstag, 21. Juni 2014

Villersexel – Freiburg im Breisgau

167 km, ca. ?? Höhenmeter 2.379 Gesamtkilometer

Am gestrigen Abend (Freitag) war nach dem Fußballspiel noch ein Besuch des Ortes angesagt. Der war nach fünf Minuten erledigt und es folgte ein Abschluss in einer Bar, die unter dem Motto stand „Jugend forscht“. Im Laufe des Abends werden diverse Sprachkenntnisse ausgetauscht und schön langsam werden wir Franzosen. Heute (Samstag) ist Sommerbeginn und das Wetter passt dazu: Lies’l scheint ungefiltert auf die zwei Mühlviertler. Nur der Wind weht von allen Seiten, daher ist das Tempo überschaubar. Nach ca. 40 km wird die sehenswerte Stadt Belfort erreicht. Kaffeepause in der belebten Fußgängerzone. Dann geht es weiter zum Rhein bis zur französisch-deutschen Grenze. Der Verkehr nimmt zu. Im letzten Gasthof vor der Grenzbrücke wird ein Abschlussbier von Frankreich bestellt und auch ein Foto geschossen. Dann wir nach Deutschland übergesetzt. Es erfolgt die Anfahrt auf Freiburg im Breisgau. Wir freuen uns, dass nunmehr alle Sprachbarrieren hinter und liegen und müssen schmunzeln, als die fremdstämmige Angestellte des Hotels Sonne der deutschen Sprache weniger mächtig ist als wir der französischen nach einer Woche. Wir verstehen immer nur „is‘ verboten“, „mach i‘ erste Mal“ und „weiß nicht“. Um 19:15 Uhr haben wir im Hotel eingecheckt. Es bleiben 45 Minuten für Körperpflege, Wäsche und Radservice. Dann geht es zum Public Viewing auf einen nahegelegen Platz. Über 10.000 Schlachtenbummler, viele davon mit deutschem Teamtrikot, feiern gemeinsam mit uns das WM-Spiel. Die Frage beim Securitypersonal nach dem Gästesektor wird nicht so spaßig empfunden. Die Stimmung ist ein Erlebnis (Die Zuseher singen selbst bei der Hymne mit) die Versorgung mit Getränken allerdings auch: Wo gibt es etwas und überhaupt - wie komme ich durch die Menschenmassen? Aber wir sind Kämpfer, wer sich auf der Straße gegen LKWs und Wohnwagen durchsetzen kann, der schafft auch das. Gedanken: Die Tour de France ist zu Ende. Es hat uns ausgezeichnet gefallen. Vor allem weil das Leitbild der französischen Revolution gut zu uns passt – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

23.6.14 19:57, kommentieren

Tag der Nervenstärke

Tag 15 – Freitag, 20. Juni 2014

Saint Gilles (Burgund) - Villersexel

195 km, ca. ?? Höhenmeter

2.212 Gesamtkilometer

 

Frühstück ist dem Ambiente angepasst: Es gibt guten Kaffee, Wurst, Fromage (Käse), Joghurt , Cornflakes und das persönliche Gespräch mit dem Vermieter Urs. So beginnt ein schöner Tag im Burgund. Dazu noch das leise Bellen des Haushundes mit ungarischem Akzent (er hat ungarische Großeltern und man weiß ja, das überträgt sich bei Hunden). Grundsätzlich ist es ein Morgen wie immer: Wir durchstöbern die Zeitung, lesen (!) den Wetterbericht und fragen uns auch noch einer Woche, was „heute“ oder „morgen“ bedeutet und was überhaupt die Wolken auf den Karten bedeuten. Denn bei uns scheint die Sonne.

 

Start um 8:30 Uhr – etwas verspätet. Nach 85 km erreichen wir das erste Etappenziel Dole. Die Landschaft ist nur bedingt gegenüber den Vortagen verändert, einzig die Weizenfelder nehmen zu. Bei Aldi wird eingekauft und im Schatten der Grünanlage des Parkplatzes wird ein Picknick improvisiert. Es gibt Milchshakes und sogar eine Nachspeise. Vom Feinsten.   

Anschließend wird es wieder hügeliger. Zuerst auf einer Hauptstraße, auf der wir uns den einzigen Fahrstreifen mit den LKWs teilen. Die LKW-Fahrer nehmen soweit es geht Rücksicht, nur wenn sehr wenig Platz ist, schneiden sie uns und drängen uns von der Straße. Aber ansonsten lassen sie uns gewähren.

Bald geht es wieder auf Nebenstraßen weiter und wir durchqueren kleinere Orte mit oft sehenswerten Kirchengebäuden. Allerdings ohne Infrastruktur wie Unterkünfte. Nach 150 km fangen wir an zu suchen.

Nach 185 km (wir fahren konstant gefühlte 35 km/h), es ist inzwischen 19 Uhr, fängt leichtes Unbehagen an. Die Situation spitzt sich zu. Auch „das Garmin“ fällt aus, die Akkus sind leer. In Romquefort eine Hilfe: Die netten Barbesucher deutschen uns in Englisch und Französisch aus, dass im nächsten Ort zwei Hotels stehen. Wir kaufen uns an der Bar ein Fanta alkoholfrei und überreden den Barchef, uns nachzufragen, ob noch ein Zimmer frei ist. Er macht mit, fragt nach und kann uns beruhigen: In Villersexel wartet ein Zimmer auf uns. Die Lage entspannt sind – wir prosten mit dem Barchef auf die erfolgreiche Zimmerreservierung aus 10 km Entfernung herzlich zu. Es stellt sich heraus, dass er großer Radsportfan ist und zudem bei der bekannten Tour quer durch Frankreich von Straßburg nach Perigningnon  offizielle Stempelstation ist. Er verleiht uns spontan den goldenen Stempel für eine Tour quer durch Europa (der wurde, soweit uns bekannt, das erste Mal verwendet).  Um 20:30 Uhr Zimmerbezug (man spricht deutsch), um 21 Uhr kleiner Imbiss und anschließend Frankereich gegen Schweiz.   

 

Wir feiern heute 14 Tage regenjackenfrei und morgen beginnt die Abschiedstour: Jeder Wochentag wird der letzte der Tour sein – denn geplanter Landetermin in Leopoldschlag ist Donnerstag (Alternative: Freitag).

 

Kurzer Rückblick auf Frankreich: Wir können die oft genannten Vorurteile betreffen Arroganz nicht bestätigen. Im Gegenteil: Wir wurden ausnahmslos überall herzlich aufgenommen und trotz Sprachproblemen wurde uns geholfen. Wir sind positiv überrascht und freuen uns, jeden Tag wieder nette Bekanntschaften gemacht zu haben. Die Autofahrer sind in Frankreich (und auch Spanien) gegenüber Radfahrer sehr rücksichtsvoll. Wir sind begeistert.

20.6.14 23:00, kommentieren

Leben wie Gott in Frankreich

Tag 14 – 19. Juni 2014

Villefranche-d’Allier – Saint Gilles

189 km, ca. 1.544 Höhenmeter

2.017 Gesamtkilometer

 

Unsere Unterkunftgeberin liest uns jeden Wunsch von den Augen ab (ist auch besser so, denn mit der Sprachverständigung habert’s ein wenig). Sie möchte uns auch Kuchen mit auf die Reise geben, wir müssen aber dankend ablehnen, weil unserer Rucksäcke unmöglich Platz dafür freistellen. Dann werden die Räder vom Dachboden des Stadels geholt und los geht’s.

Der Tag ist so schön wie selten in den letzten Tagen: Wolkenlos und klar. Wir starten pünktlich um 7:30 Uhr und schaffen bald ein gutes Tempo. Es läuft einfach. Vorbei an landwirtschaftlichen Kulturen und jeder Menge Rinderherden rollen wir dem ersten Ziel, Moulin, entgegen. Einmal hören wir ein regelrechtes Froschgequake und denken uns, hoffentlich haben die noch alle Schenkel dran. In Frankreich weiß man das nie so genau.

Wir überqueren die Loire und kommen zur Stadt Bourbon-Lancy, die sich von seiner schönsten Seite präsentiert und daher einer Stippvisite unterzogen wird. In Gueugnon wird die Mittagsrast absolviert. 90 km sind geschafft. Noch fahren wir ein gutes Tempo und sind stolz auf uns. Wir sind beide überrascht, wie viel Spaß heute das Radfahren macht.

Am Nachmittag erfolgt ein kurzer Abstecher auf die N70, die sich als Autostraße und daher unfahrbar herausstellt. Der Pannenstreifen ist nur so breit wie der Markierungsstreifen. Nach drei Kilometern ergreifen wir die Flucht. Wir müssen laufend Parallelstraßen suchen. Das funktioniert so lange gut, wie „das Garmin“ funktioniert. Als das ausfällt ist Feuer am Dach. Wir fahren etwas planlos umher und kämpfen mit der Motivation. In einer Bar am Wegesrand wird die Sachlage besprochen bzw. das Garmin aufgeladen. Ein netter Gast hilft uns bei der Festlegung der Route.

(Dialog im Rahmen der Besprechung: Beim Hinausschauen sieht Pepi einen Radfahrer im gemütlichen Tempo vorbeifahren: „Pepi: So wie der fährt, braucht er zwei Monate für die Strecke, die wir fahren. Hubert: Gut, aber der kommt an – denn er hat einen Vorteil: Er kennt den Weg.“ – ein Hauch vom „g‘schupften Ferdl“ liegt in der Luft)

Peu á peu aber kennen auch wir den genauen Weg und sind wieder in der Spur. Die Strecke entlang des Wasserkanals ist so toll, dass wir alle Ortschaften links und rechts von uns liegen lassen, obwohl wir ein Quartier suchen wollten. Es ist faszinierend, wie auch noch zwei Wochen die Freude am Radfahren anhält. Wir wechseln uns im Verhältnis 4 (Pepi) : 1 (Hubert) mit der Vordermannposition ab.

 

Jeden Tag haben wir etwas zum Feiern: Halbzeit, 1.000 Kilometer, 200 Kilometer an einem Tag, Dienstag, …  - aber heute haben wir einen doppelten Feiertag: zwei Wochen und 2.000 Kilometer sind geschafft!

Wir quartieren uns ein einer Privatpension ein und das stellt sich als wahrer Glücksgriff heraus: Der Chef kommt aus Zürich und ist pensionierter Küchenchef und kredenzt ein 4-Gänge-Menü mit Weinempfehlung (er hat auch eine ausgebauten Weinkeller) auf. Pepi benutzt aber davor noch mal den Swimmingpool. Wir leben wie Gott in Frankreich. Dazu ein Paar aus den Niederlanden und wir können um ersten Mal nach vierzehn Tagen auf Deutsch unterhalten. Wir werden verstanden – Herrlich. Dieser Abend im Burgund ist unvergesslich.

20.6.14 07:42, kommentieren

Radio Pablicek jetzt auch in Farbe

Es ist soweit - Radio Pablicek zeigt nun die ersten Fotos der Tour. Wir sind bemüht täglich eine bis zwei Bilder hinzuzufügen. Allerdings muss auch das vorhandene W-LAN passen.

Bitte einfach folgenden Link folgen:

 https://picasaweb.google.com/110228106397006463491/Pablicek?authuser=0&feat=directlink

18.6.14 21:57, kommentieren

Nach Hause telefonieren ...

Hallo Freunde der gepflegten Radtour!

Wir freuen uns natürlich über jeden Kommentar und somit über jede Kommunikation mit den Freunden zuhause. Nach zwei Wochen gibt es doch eine Art Heimweh. Zum Glück kommen wir jeden Tag der Heimat näher.

Wir versuchen alle Fanpostanfragen nach Ende der Tour zu bearbeiten. Danke für eure Unterstützung - Pepi und Hubert.  

1 Kommentar 18.6.14 21:18, kommentieren

Relaxt in das Herz Frankreichs

Tag 13 – 18. Juni 2014

Aubusson (Belsac) – Villefranche-d‘Allier

102 km, ca. ?? Höhenmeter

1.828 Gesamtkilometer

 

Der Morgen beginnt relaxt, d.h. ohne Wecker stellen. Nach Frühstück (eher spartanisch als französisch) und letzten Tagebucheintragungen biken wir um 9:30 Uhr los (wie gesagt, heute wird relaxed). Der Himmel ist bewölkt und voller Wolken. Wir haben beschlossen, heute von der Tourplanung abzuweichen und eine direktere Route nach Montlucon zu wählen. Die Räder rollen auf der gut asphaltierten Straße dahin, zum Teil parallel zur Autostraße. Wir schonen heute nicht nur unsere Muskeln, sondern auch unsere Augen. Es gibt wenig Aufregendes zu entdecken. Auch die Landschaft relaxt und zeigt sich wenig fotogen (Hinweis für die Familie: Die geplante Powerpoint-Präsentation umfasst jetzt bereits an die vier Stunden. Es ist daher eine fünfteilige Sonntagabend-Serie geplant. Es ist daher von Vorteil, einmal weniger Fotos zu erhaschen). Autostraßen führen nur selten an Chateaus vorbei. Allerdings können wir die Ortschaft Auge ins Auge fassen und auch die zum Teil weit außerhalb der Ortschaft liegenden Friedhöfe mit Gruften. Jede Region hat ihre auffallenden Auffälligkeiten.  

Nach ca. 25 km die ersten Sonnenfenster, die sich den ganzen Tag über mit den Wolken abwechseln. Die Navigation ist für Pepi aufgrund der Routenabweichung sehr schwierig, er hat alle Hände voll zu tun (im wahrsten Sinne des Wortes).

Mittag nach 75 km in Montlucon. Lagebesprechung. Die Stadt entspricht nicht unseren Erwartungen (wir sind verwöhnt von den „begehbaren Museumsstädten“ in Spanien). Wir beschließen bis 15 Uhr zu radeln und dann eine Unterkunft zu suchen. Die Ausfahrt bringt eine Steigung, die in den Kurven einen schönen Blick zurück auf die Stadt ergibt. Wir fahren von der Hauptstraße ab und entlang einer Landstraße. In Villafranche-d’Allier dann die Entdeckung: Am Hauptplatz des Ortes weht eine österreichische Fahne (neben anderen Landesfahnen). Daneben steht ein Kunstwerk auf Fahrrädern. Hier bleiben wir. Die Frage nach einer Unterkunft ergibt als Antwort „Here no“ – es war ein Postler. Aber wir geben nicht auf – dieser Ort hat Flair und Charme. In einer Bar werden wir fündig. Ein sogenanntes Fleurs de Soleil gewährt uns Quartier. Bienvenue. Es sei hier erwähnt: Am Anfang war es noch spannend, ohne Sprachübereinkünfte ein Zimmer zu suchen. Langsam freuen wir uns aber auf Deutschland. Es ist anstrengend - für beide Seiten. 15 Minuten später beginnt es zu regnen. Glück gehabt. Jetzt wird relaxed.

Eine Nachforschung des Standortes ergibt: Das Quartier befindet sich ungefähr auf derselben westlichen Länge wie das Gebäude Rue de Quadraz 233 in Paris. Das heißt, wir sind im Herzen Frankreichs.   

18.6.14 21:13, kommentieren