Tourbook Al Carbon

Radteam Leopoldschlag live on tour
 

Letztes Feedback

Meta





 

Schwarzwaldklinik und andere Phantasien

Dienstag, 11. Mai 2016Auf und ab – beim Wetter und beim GeländeDer Start in Schluchensee beginnt verheißungsvoll – der Himmel voller Wolken. Aber im Laufe des Vormittags klart es auf, bis auf einige Regengüsse zu Mittag und am Nachmittag. Die Route führt über das Bärental nach Titisee – Kaffeepause im Cafe Schwarzwald (die heiken aber alle so). Bei der Weiterfahrt merkt Herbert, dass es in der Schulter erstmals schmerzfrei ist – kein Wunder, er hat ja auch den Rucksack vergessen. Also Rückfahrt und Abholung. Der Wirt ist sehr froh, dass er den Entminungsdienst wieder absagen kann, denn ein herumliegender Rucksack ist ein Problem. Nicht aber für die anderen Carbonis – die nächste Runde ist gesichert. Weiter geht es über Jostal auf die Panoramastraße nach St. Märgen und St. Peter. Es beginnt zu regnen und daher Mittagsrast. Die bestelle Kulinarik ist international: Salat Florida (Amerika), Chinesische Wokpfanne (Asien), Badischer Spargel (Europa) und Zwiebelroastbraten (Afrika). Die Nebengäste sind aber auch interessant: Nach einer intensiven Analyse des „History of Adidas“ stellt sich heraus, der Gesprächspartner ist der Onkel von Lothar Matthäus, dem kleinen Hosenbrunzer (O-Ton Onkel). Wir erlauben uns nicht zu widersprechen. Der Regen nimmt ab und es wird Zeit weiterzufahren. Nach St. Peter folgt die Abfahrt im Glottertal. Ein Erlebnis. Von 1.000 Meter auf 300 Meter, vorbei an der Schwarzwald-Klinik, mehr oder weniger im freien Fall. Die Weiterfahrt bis zur Grenze ist eben und erholsam. Rast in Irdingen im Holzöfele, kurz vor Frankreich. In Frankreich kommen Abschnitte mit asphaltierten Feldwegen, zum Glück ist sich das Navi sicher. Wir zweifeln zum Teil. Ankunft in Riquewihr: Ein Erlebnis – der Ort ist wie ein lebendiges Museum und wir sind nur Statisten. Die gewaschene und zum Trocknen vors Fenster ins Freie gehängte Wäsche wird vom Regen nochmals durchgefeuchtet. Das wird mal nichts mir trockener Kleidung am Morgen.

10.5.16 23:28, kommentieren

Der Tag der Pässe - der Reisepässe

Montag, 9. Mai 2016Der Tag der Pässe – der ReisepässeNach einer eher unruhigen Nacht (wer kann schon ordentlich in einem Liegewagon schlafen) beginnt die Vorbereitung auf die Tour. Die mitgenommenen Gebäcksstücke (Kornspitz) müssen eingenommen werden und daher ist der Bauch, zum Zeitpunkt der Frühstückspräsentation (tutti completti), bereits prall gefüllt. Aber es ist wie beim Rucksack – man meint, er ist bereit voll und dennoch findet sich noch ein Plätzeli (schweizerisch). Die Tour beginnt in Bregenz, vorbei an der Seebühne. Entlang des Bodensees auf der Schweizer Seite führt die Route immer weiter nach Westen – bis nach Stein am Rhein, einer sehenswerten Kleingemeinde. Der Marktplatz ist gesäumt mit prächtig bemalten Hausfassaden. Die Tour führt weiter nach Büsingen (deutsche Enklave in der Schweiz) und zum nächsten Highlight: Der Rheinfall ist auf jeden Fall kein Reinfall: . Der mengenmäßig größte Wasserfall Europas zeigt mit lautem Getöse seine Show. Auch die Carbonis sind begeistert und benötigen ein Seidl Fanta zur vollen Erkennung. Anschließend werden die Temperaturen wärmer (heißer), aber die Suche nach einem Jausen-Lokal immer schwerer. Akku leer, Gegend leer, Wasserflaschen leer, Burschen leer. Montag ist Sperrtag – dürfte hier so ein Grundgesetz sein. Aber letztendlich wird alles geschafft: Nach 166 km und jeder Menge Höhenmeter (Pass Faulenfürst auf 1.031 m) wird im Hotel Mutzel in Schluchsee Quartier bezogen. Nicht ohne vorher der Brauerei Rothaus und seinem Braustüberl einen Besuch abzustatten. Es ist auch der Tag der (persönlichen) Grenzüberschreitungen: Gerald stellt mit 166 km Tagesleistung einen persönlichen Rekord auf. Und die Anzahl der Grenzübertritte (sechs an der Zahl) ist auch nicht alltäglich.

10.5.16 07:43, kommentieren

Es geht los - mit schlafen

Sonntag, 8. Mai 2016Der Tag der Abreise – alles sind leicht angespannt (Vorfreude), aber auch traurig: sind sie doch für ein paar Tage von ihren Liebesten getrennt. Hubert hat zudem Luftprobleme – sein Schlauch ist geplatzt. Er vermutet Sabotage, aber nach Offenlegung aller Tatsachen muss von Überanstrengung ausgegangen werden (8,0 bar). Am Abend ist Linz-Time angesagt. Die Wartezeit wird zum Verzehr einer Pizza genutzt und Gerald errechnet aus dem angegebenen Durchmesser der Pizza auf der Speisekarte sofort den Flächeninhalt: Die Lösung mit 1,2 m2 scheint einigen suspekt, aber wer will schon einem Smartphone widersprechen. Zudem spricht die Realität Bände: Die kleine Pizza mit 36 cm Durchmesser ist kaum zu „verputzen“ (Die Fotoaufnahme benötigte die Panorama-Einstellung). Im Laufe des Abends werden noch weitere Themen behandelt (dieser Bericht wird in einem Blog, und nicht in einem Notiz-Block veröffentlicht), unter anderem Geschichten aus dem Glaserwesen. Der Abend neigt sich dem Ende zu und alle freuen sich auf die Liegenwagen-Pritschen. Wenig Komfort, aber ausreichend – wenigstens muss man nicht treten.

10.5.16 07:40, kommentieren

Maitage 2016 - Schwarzwald und Elsass

Die letzten Vorbereitungen sind abgeschlossen - nun kann sich die Vorfreude in seiner ganzen Pracht entfalten. Auch das Navi ist auf die Tour eingestellt und verfügt über die notwendigen fünf Himmelsrichtungen (Vorwärts, Rückwärts. Links, Rechts und Umkehren).

Einige Highlights warten auf die Teilnehmer: Bodensee, Stein am Rhein, Rheinfall, Schluchsee, Titisee, Glottertal, Schwarzwald-Panoramastraße, Rheinebene, Riquewihr, Elsässer Weinstraße, Col du Kreuzweg, Champ de Feu, St. Odilie, Obernai, Straßburg, Kinzingtal, Donaueschingen, Meersburg und Lindau - um nur ein paar wenige zu nennen.

Die Wetterprognose wird täglich besser, für die ersten zwei Tage Sonnenschein und um die 20 °C Frühlingstemperatur. Am Sontag, 8. Mai 2016 gehts los: Mit dem Nachtzug nach Bregenz, wo Montagmorgens die Radtour entlang der Schweizer Bodenseeseite die Carbonis bis nach Deutschland führt.

7.5.16 08:44, kommentieren

Tag 5 - 8. Mai 2015 - Bergankunft und Strada di Chianti

8. Mai 2015 - Tag 5

Der letzte Tag der Radtour führt die Radler durch die Region Chianti (Wein!). In Poggibonsi das erste Problem: Die geplante Auffahrt zur Straße nach Castellina in Chianti ist  gesperrt (Einbahnstraße – allerdings verkehrt herum). Die Umrundung dieser Kreuzung führt die Gruppe zur Autobahnauffahrt. Also umkehren. Der nächste Versuch führt zu einer Tankstelle, allerdings befindet sich diese in einer Sackgasse. Der gesuchten Straße greifbar nahe (Blickkontakt vorhanden) muss nochmals gewendet werden. Dann gelingt es, die „Passstraße“ zu erreichen. Gleichmäßig und in einer mäßigen Steigung führt die Tour von 130 Höhenmeter hinauf nach Castellina in Chianti (700 Höhenmeter). Zeit für eine Kaffeepause mit Dolci. Nun befindet sich die Gruppe auf der SR 222 – bekannt als Via Chiantigiana. Jeder Abfahrt folgt ein Anstieg, jedem Anstieg folgt eine Abfahrt. Nur flache Passagen gibt es nicht. Im Hauptort des Chianti-Weinbaugebietes, in Greve in Chianti, wird das Mittagsmahl eingenommen.  Natürlich mit einem Glas Chianti und viel Aqua con Gas. Danach folgt der letzte Abschnitt über Strada in Chianti bis zur Hauptstadt der Toskana.

Die Einfahrt nach Florenz ist aufgrund des zunehmenden Verkehrsaufkommens schwierig, aber machbar. Gezielt und ohne Umwege wird die Piazza de Michelangelo angesteuert, bekannt für seinen tollen Ausblick auf Florenz. Fotopause. Dann folgt die Abfahrt zum Bahnhof in der Stadtmitte. Alle sind glücklich, alle sind gesund, alle sind begeistert.

Tourdaten Tag 5: 91,3 km

Nun folgt Teil Heimreise:

Aufgrund des Streiks der Lokomotivführer in Deutschland ist die Heimreise mit dem Zug nicht gesichert. Es gibt keine Garantie, dass der Zug fährt. Eine telefonische Nachfrage bei der Auskunft der Deutschen Bahn (Wartezeit: ca. 15 Minuten) gibt jedoch eine gewisse Sicherheit. Nun folgt die nächste schwierige Aufgabe: Eine Möglichkeit zum Duschen suchen. Im Bahnhofsgelände ist leider keine solche Einrichtung vorhanden. Eine Nachfrage bei der Polizei bringt die Gruppe nicht wirklich weiter, denn diese möchte sie zur Caritas schicken. Also wird das Bahnhofsareal verlassen. Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Hotel – allerdings mit 4 Sternen. Etwas weiter ein weiteres Hotel, nicht ganz so nobel. Lefti dringt bis zur Rezeption im ersten Stock vor und fragt höflich, ob diese einen Raum zum Duschen für fünf Personen zur Verfügung stellen könnten. Antwort: Ja, es gibt eine Etagendusche, die kann benutzt werden. Für 2 Euro pro Person. Inklusive Handtücher und Seife. Außerdem dürfen in der Zwischenzeit die Räder im Vorraum abgestellt werden. Alle sind begeistert. In der Lobby wird die Wartezeit bei einem guten kalten Bier verbracht und der weitere Tagesablauf besprochen. Bis zur geplanten Abfahrt sind es noch 4 Stunden. Dombesichtigung und Abendessen wären ein Thema, aber mit Rädern doch einigermaßen kompliziert. Auf eine weitere Anfrage diesbezüglich erhalten die Carbonis einen Schlüssel für das Kellerabteil, wo sie die Räder für diese Zeit zwischenlagern können. Ohne Aufpreis. An Höflichkeit ist die Dame kaum zu übertreffen.

Pünktlich um 22:15 Uhr fährt der ICE Rom-München in Florenz ab. Der Schaffner ist leicht überdreht (er hat aufgrund des Streiks mit einem Ruhetag gerechnet) und überreicht der Gruppe noch 3 Stifterl rot. Als Wegzehrung.

Die Bahnfahrt bringt die Gruppe ohne Probleme nach Hause (Dank an die Eisenbahner Herbert Rudlstorfer und Hubert Hölzl für die tolle Organisation der An- und Abreise). Eine ausgesprochen interessante und lustige Radtour ist damit zu Ende.

10.5.15 19:41, kommentieren

Tag 4 - Am längsten Tag zeigt die Region Le Crete ihr zauberhafte Vielfalt

Das Hotel fällt eindeutig unter eines der drei Besten im Rahmen einer Al Carbon-Tour. Frühstück super und vor allem die Hilfsbereitschaft. Der Fehler, dass es nicht direkt am See liegt, liegt ja nicht zwingenderweise beim Hotel, sondern eventuell beim Bucher.

Castiglione del Lago liegt in Umbrien und es fällt auf, dass in Umbrien die Straßen schlechter sind. Sofort nach Überqueren der Regionsgrenze wird der Asphalt wieder angenehmer. Neben den Straßen werden die Weinbaufelder und Zypressenalleen wieder zunehmend mehr. Nach ca. 40 km gibt es ein Problem: Eine Schotterstraße. Die  Umfahrung hinauf nach Montepulciano (20 %) ist giftig und mörderisch. Leider schwinden nicht nur die Kräfte, sondern am Garmin auch der vermeintliche Weg zurück zur Route. Kaffeepause und Beratung. Die gute alte Straßenkarte wird ausgepackt und gemeinsam wird ein Weg über die Panoramastraße SP 146 gesucht … und gefunden. Nach ca. 10 Extrakilometern erfolgt in Montefollonico die Rückführung zur Route. Das ist gut so, dennn die Route durch die bekannte Landschaften Le Crete unnd Chiana sind reizvoll und toll. Der Autor dieser Zeilen weiß: er wiederholt sich. Aber diese Tour ist aufgrund der landschaftlichen Eindrücke ein Erlebnis von früh bis spät. Die Straßenzüge schmiegen sich in die Landschaft wie dazugehörig. Wenig bis gar kein Verkehr, gute bis ausgezeichnete Straßen und wie bereits gesagt: Eine Region für Radfahr-Genießer. Einzig das ewige Auf und Ab könnte für Hobbyradler ein muskuläres Problem darstellen.

In Montisi erfolgt die Mittagsrast. Der Elektrolythaushalt muss aufgefüllt werden (und außerdem soll auch dne Augen kurz eine Erholung gegönnt werden). Die Gruppe gerät an einen Wirt, der Mitglied der Slow-Food-Assoziation ist. Das ist kein Scherz. Alles Bio und alles aus der Region. Er hat keine Mikrowelle und auch keinen Gefrierschrank. Und auch das Bier ist aus der Region (0,7 Liter Flaschen die in einer Zeremonie geöffnet werden, ähnlich dem Öffnen einer Champagnerflasche). Die Ankunftszeit am Abend wird um 1 Stunde nach hinten verschoben. Es handelt sich hier um Erlebnisgastronomie Teil 2. Dieser Wirt verdient Beachtung und innere Einkehr. Dann geht es weiter Richtung Asciano bzw. Siena. Hubert macht dabei seltsame Geräusche. Die Gruppe tippt auf das Rad und nach ein paar Öltropfen ist dieses Problemchen behoben.

Die Einfahrt zum weltberühmten Hauptplatz Il Campo in Siena verläuft dank Navi problemlos. Eispause und dazu ein paar Pizzabrothappen (Teig mit Knoblauch). Das rege Treiben am Platz wird beobachtet und die Macken des einen oder anderen Touristen analysiert. Die Ausfahrt durch die Fußgängerzone ist schwieriger und die letzten 40 km nach San Gimignano werden in Angriff genommen. Dieser Abschnitt kann leider nicht mit den bisher gesehenen mithalten. Ankunft um 19 Uhr und Bezug der Zimmer in einer Nebengasse. Der Vermieter ist relaxt (sehr relaxt) und schenkt der Gruppe kurzerhand eine Flasche Rotwein zur Einstimmung auf die Stadt. Das Abendessen ist wie immer top (Gastraum in einer alten Fleischhauerei – viele Utensilien wie Fleischerhaken sind noch vorhanden).

San Gimignano war vor zwei Jahren ein Highlight der damaligen Tour. Im Vergleich zu den heuer gesehenen Dörfern verblast dieser Eindruck ein wenig. Allerdings auf hohen Niveau.

Tourdaten:

142,7 km; 2.104 Höhenmeter; Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,85 km

10.5.15 11:38, kommentieren

Tag 3 - Erlebnisgastronomie in Radicofani

Nun folgt die Geschichte von fünf Carbonis, die auf der verzweifelten Suche nach etwas Essbaren sind. Ein Lebensmittelgeschäft wird auserkoren, diese Aufgabe zu übernehmen. Vier Carbonis betreten das Lokal, einer übernimmt die Aufgabe, die Räder zu beaufsichtigen. Kurze Orientierung im Ladenraum, es gibt alles, nur eins nicht: Personal. Eine alte Senorita übernimmt die Aufgabe der Chefin, der Kassiererin, der Fleischthekenverkäuferin, der Bäckereifachverkäuferin und auch noch die Dame an der Telefonzentrale. Lefti beginnt und ordert an der Fleischtheke ein Baguette mit Proscuitto. Die nette Dame fragt mehrmals in wie viele Teile sie das gute Stück teilen soll. Ein ganzes Baguette für eine einzige Person erscheint ihr Verschwendung. Zu guter Letzt wird das Stück einmal geteilt und mit Verwunderung festgestellt, dass in beide Hälften Schinken soll. Nun kommt ein schwieriger Teil: Auf der Wurstschneidemaschine liegt eine Wurst mit einem Durchmesser von geschätzten 50 cm (Kein Scherz). Im Stile eines russischen Gewichthebers stemmt sie die Wurst zur Seite, nicht ohne dabei ein herzhaftes „Uff“ zu stöhnen. Das Telefon läutet und ein längeres Gespräch beendet die momentane Arbeit. Okay. Nach dem Ende des Telefonates wird die zweite Hälfte belegt. Problem: Die erste Hälft ist für die Dame unauffindbar und keiner der Carbonis kann helfen, weil keiner ihre Sorgen versteht. Die Lösung liegt allerdings so nah: Die erste Hälfte liegt bereits in Plastikfolie verpackt vor ihr. Carboni eins ist bedient. Walter nimmt das verbleibende Semmerl. Nun ist das Gebäck aus. Hubert nimmt ein Brot aus dem Regal und hat die glorreiche Idee, einfach Schinken dazuzunehmen. Allerdings ist das Brot bereits reserviert und die Dame, deren Namen auf dem Verpackungspapier steht, entreißt Hubert das Brot. Hubert wehrt sich und erst nach Vorlage des Personalausweises und Kontrolle der Daten mit dem Schriftzug auf dem Verpackungspapier lässt Hubert aus. Herbert entdeckt inzwischen Toastbrot und nimmt nun dem Kampf auf. Nach Durchsage, dass er 30 Deka Proscuitta möchte, erkärt die nette Dame, nun müsse sie mal kassieren. Hubert möchte sie am liebsten über die Theke hinweg zurückreißen, aber übersehen ist auch übersehen. Jetzt wird kassiert. Hubert, Herbert und Gerald haben nur einen Gedanken: Hoffentlich läutet jetzt nicht noch einmal das Telefon. Träume sind aber bekanntlich Schäume und auch Wünsche werden in der Regel nicht erhört. Ein kurzes Pläuschen am Telefon muss sein.  Dann bleibt es ruhig. Also die Bestellung: 30 Deka Schinken. Deutsch gedacht ist allerdings nicht italienisch gesprochen: Nach drei Scheiben bleibt die Maschine ruhig. Dreißig und Drei sind nun mal verschiedene Vokabeln. Mit Zeichen und Deutungen wird das Problem behoben. Nach langer, langer Zeit sind alle zufriedengestellt.

Es hat gedauert, aber zu guter Letzt sind alle satt geworden. Für alle, die bereits bei drei Personen in Schlange nach einer neuen Kasse rufen: Diese Ruhe sollte man haben. Und am Ende haben alle ihren Wunsch bekommen. 30 Minuten früher oder später bilden beim Schreiben dieser Zeilen bereits keine Rolle.

1 Kommentar 7.5.15 00:36, kommentieren

Tag 3 - Menschenleer von Süden nach Norden

Der Tag beginnt mit einem Frühstück in einer Bar. Typisch italienisch – nicht viel , dafür wenig. Dann geht’s los Richtung Sorano. Ebenfalls eine der drei bekannten Tuffstein-Orte. Sehenswert und daher wird eine weitere Fotosession abgehalten. Diese Orte gibt es nur hier und diese Orte sind eine Sensation. Dann folgt ein langer Abschnitt ohne Orte und ohne Möglichkeit zur Einkehr. Und auch ohne Möglichkeit, eine Kirche zu besuchen. Schade. Dafür gibt es Schafherden (Sockenbären) und zahlreiche Berge zu sehen. Und diese bringen Auffahrten und Abfahrten. Zu Mittag erfolgt der lange (7 km) und stetige Anstieg nach Radicofani. Die dazugehörige Burg war bereits seit Pienza zu sehen. Nun wird er erklommen. Ganze 450 Höhenmeter sind zu bewältigen und ganz ohne Pause war das nicht zu schaffen. Und die Frösche haben Paarungszeit, so laut wie die sind. Lefti prescht einmal kurz vor und möchte ein Foto von den nachfolgenden Carbonis schießen. Leider zeigt ihm die Kamera an, dass er die Szenenauswahl von „Sport“ auf „Standbild“ wechseln muss. Aber es ist genug Zeit. 200 Meter.

In Radicofani folgt die spannende Suche nach einer Einkehr. Ein Supermarkt wird auserkoren. In Österreich reden viele von Erlebnisgastronomie, hier wird sie erlebt. Ganz ohne Tam, Tam. Einfach Alltag. Der genaue Ablauf muss in einem eigenen Blog erzählt werden. Nur eins sei erwähnt: Navigator Herbert hat den Shop bei bei der falschen Tür betreten – kein gutes Zeichen für einen Navigator.

Die Straßenverhältnisse sind in Ordnung bis ausgezeichnet, der Verkehr nur in kleinen Teilen vorhanden. Allerdings folgt kurz nach Mittag eine Hundeattacke. Drei ausgewachsene Mischlingshunde greifen die Gruppe von der Seite an. Ein Kampf entsteht: Sie wollten die Schafe verteidigen, die Carbonis ihre Waden. Interessanterweise wurden nur einzelne Carbonis ausgewählt (Einige sprachen davon, es handelt sich um Hunde, die eher auf Fleischtypen standen). 

Auf den Schock – eine Eispause in Santorena. Der Nachmittag ist ausgesprochen heiß.

Castiglione del Lago: Beim Hotel wird aufgrund der Hitze eine Runde Bier bestellt. Irgendwann ist es dann soweit: Das Fass ist gekippt. Carbonis sind das gewohnt.

Anmerkung: Alle Leute in der Toskana sind freundlich, ausgesprochen freundlich.

7.5.15 00:34, kommentieren

Tag 2 - Die Landschaft wird kitschig

Der Tag beginnt mit einem Frühstück im Zimmer. Alle gesellen sich in die „Dachgeschoss-Suite“, weil die zwei Burschen haben zumindest einen Tisch. Gut, beim Anblick des Frühstückes wird klar, das ginge im Notfall auch ohne Tisch. In der einen Hand den Kaffee, in der anderen das Croissant. Um 9 Uhr geht der Radtag los. Auf der Panoramastraße nach Santa Quirico d’Orca, dort die erste Abweichung von der Route. Ohne Navihilfe geht es ca. 5 km auf der Schnellstraße SS2 bis zur Abzweigung nach Castiglione d’Orcia. Bis auf drei hupenden LKW-Fahrer nicht so tragisch wie befürchtet. Anschließend folgt eine Tour durch eine Landschaft wie gemalt. Für einen schöneren Abschnitt müsste man in einem Bild von Monet radeln. Jeden Biker kann dieser Abschnitt nur empfohlen werden. Ein Genuss mit minütlichen Pausen für ein Foto.  Bergig, absolut bergig, aber dafür mit einer sehenswerten Aussicht auf die vorbeifliegende Landschaft. Nicht umsonst zählt das Tal Val d’Orcia zum UNESCO Weltkulturerbe. In Segiano erfolgt die erste Kaffeepause. Der Gastgarten ist ca. 40 cm breit und befindet sich in der Außenkurve und besonders Mutige strecken ihre Beine bis zur Straße aus (allerdings nur bis die dicken Brummer vorbeifahren).Gerald (Dr. Sheldon Cooper des Radsports) erklärt dazwischen die Geschichte des Kaffees und die Trinkweise des Espresso. Man lernt nie aus.

Heute sehen wir eindeutig mehr Radfahrer als gestern. Aber wir sind die besten. Gerald und Hubert erledigen in perfekter Zusammenarbeit eine Schlange. Mitten durch. Überhaupt kräucht und fläucht es den ganzen Tag über im Grünland des Straßenzuges. Wir befinden uns in er Wildnis der Toskana. 

In Arcidosso erfolgt die Mittagsrast. Walter lotst uns zielgenau zur besten Osteria der Stadt, obwohl er die Hausnummer verwechselt. Gut als Postbote ist das auch nicht ganz so wichtig. Pasta und Bohnensuppe. Deliziös.

Anschließend nimmt Lefti auf dem Vorderrad eine Kirschblüte mit. Denk er zumindest. Allerdings stellt sich die Kirschblüte im Rahmen einer Pinkelpause als Pin-Nagel heraus. Zisch und Schlauchwechsel. Die erste Panne ist vollbracht.

Dann folgt der lange Anstieg Richtung Therme Saturnia und eine Abfahrt auf einer Sritzdecke. Anstrengend. Die Suche nach den öffentlichen Thermen-Kaskaden verlief in die falsche Richtung. Die Hotelbesichtigung zeigte zur aller Überraschung ein Hotel. Die Suche wird aufgegeben und beim Rückblick zeigt sich die volle Pracht der öffentlichen Badeanstalt. Das Foto muss mit Zoom erfolgen. Walter ist froh, weil er hatte keine Badehose mit, außerdem konnte er nicht Maß nehmen, es gab nur seichte Becken.

Beim heißen Temperaturen schwinden die Kräfte. Gerald will eine Pause, die ihm gewährt wurde. Im Tal und auf dem südlichsten Punkt der Tour eine Pause in einer Nobel-Raststätte a la Italia (Spelunke). Bierpause vor dem letzten Anstieg nach Pitigliano. Außerdem bietet das Lokal die Möglichkeit die letzten Unstimmigkeiten, die bei der Suche nach der Therme entstanden sind, zu bereinigen. So gehört sich das unter Männern.

Zum Abschluss die Abfahrt nach Pitigliano. Der Anblick ist überwältigend. Die Stadt steht auf Tuffstein und zum Teil in Tuffstein. Sehenswert und einzigartig. Pitigliano ist keinen Stadt, sondern ein Erlebnis Eine in Tuffstein gemeiselte Sensation. Schmale Gassen, Winkel, Stufen – barrierefrei ist anders.

1 Kommentar 6.5.15 17:24, kommentieren

Tag 1 - Toskana von sener schönsten Seite

Die Bahnfahrt war eigentlich ganz okay. Nur die Umstiege waren immer eilig. Vor allem in Linz war aufgrund der Verspätung aus Summerau die Zeit mehr als knapp bemessen. Auch der Schaffner war unentspannt und hat daher unsere Räder kurzerhand flott verladen. Ein kleines Tränchen kommt einem da schon über die Wange.

Das Liegewagenabteil war eng und gewöhnungsbedürftig … und sehr heiß. Walter behielt nur die Socken an. Ganz nackt wollte er dann doch nicht. Das Bordservice ist ausbaufähig (Streik im Anmarsch). Um 6 Uhr werden wir sanft geweckt und ein Frühstück im Bett serviert. Kaffee mit Brioche. Eher unbequem – so ein Frühstück im Bett wird komplett überbewertet. Von Romantik keine Spur. Anschließend müssen wir uns umziehen. Herbert klatscht das mittlere Bett an die Wand und richtet es sich wohnlich ein (so gut es geht). Um 7:03 Uhr Ortszeit hat in Arezzo alles ein Ende und die Radtour beginnt. Das Wetter, anfangs noch morgendlich kühl, wird im Laufe des Tages angenehm warm und sonnig.

Alles läuft wie geschmiert. Navigator Herbert hat alles in Griff und lotst die Gruppe aus dem Stadtbereich. Auf Nebenstraßen und einem kurzen Abschnitt Schotterstraße geht es durchaus flach ca. 30 km dahin. Der Anstieg in Cortona mit durchschnittlich 14,6 % ist nicht ohne. Vor allem für die Sohlen der Schuhe. Am Hauptplatz Kaffeepause mit einem Pane. Die Sonne heizt herunter und die Sonnenmilch wird aktiviert. Die Tour verläuft weiter entlang einer schönen Landschaft mit vielen Schweinebauern und Weinhauern. Zypressenalleen reihen sich an Zypressenalleen. Eine weitere Rast in Montepulciano mit anschließender Stadtbesichtigung per Fuß folgt. Montepulciano ist eine wunderschöne alte Stadt mit sehenswerten Gassen und Gebäuden. Allerdings sind die Gassen auch durchaus bergig. Nach einer Stärkung in der Fußgeherzone geht die Fahrt weiter.

Ankunft um 15 Uhr in Pienza. Einer möchte Eis, einer Bruschetta, einer ein Bier und wieder ein anderer möchte demnächst ordentlich Abendessen. Man einigt sich auf alles – nacheinander. Heute machen wir  mal was für die Linie.

Am Abend bekommt Hubert einen Allergieanfall. Einige Tests in verschiedenen Lokalen bestätigen, es ist keine Hopfenallergie sondern eine Abneigung gegen den italienischen Liguster. Morgen steht die Bergetappe nach Pitigliano auf dem Programm.  

Tourdaten: ca. 88 km

 

1 Kommentar 4.5.15 22:00, kommentieren